Das Weltnotwerk der KAB

Sri Lanka

Partnerschaft

Sri Lanka:

Schwerpunktland der Projektförderung des Weltnotwerk e.V. in Asien ist seit vielen Jahren Sri Lanka. Der KAB-Bezirksverband Hamm–Münster–Warendorf und die KAB im Dekanat Werne pflegen seit über 21 Jahren eine enge Partnerschaft mit der christlichen Arbeitnehmer-Bewegung in Sri Lanka, genannt Christian Workers' Movement (CWM).

Die CWM Sri Lankas wurde im Jahr 1952 gegründet. Sie hilft Arbeitern in der Not, sorgt für Ausbildung und kümmert sich besonders um die Selbstorganisation der Fischer und Arbeiter. Sie versucht mit Bildungs- und Projektarbeit deren Abgleiten in die Armut aufzuhalten und zu verhindern.

Die erste persönliche Begegnung der Partner fand im Jahr 1992 anlässlich einer Sitzung  des Weltrates der WBCA in Lyon statt. Zu diesem Treffen kam es etwas verspätet, denn die Projektsförderung der CWM seitens der beiden Partner Deutschlands und somit auch der Kontakt zu ihr bestand bereits seit 1986. Nach dieser Begegnung kam es zu mehreren gegenseitigen Besuchen, wodurch der Kontakt und die Zusammenarbeit verfestigt und die Beziehung vertieft worden sind.

 

Projekt:
Arbeitsmigration als Herausforderung annehmen

Frauen machen Fisch haltbar– Frauen sichern das Leben ihrer Familien

Köln, 15. Dezember 2015, Sri Lanka ist ein Migrationsland: Die Wanderarbeiter bringen die höchsten Deviseneinnahmen ins Land und leisten so den größten Beitrag zur nationalen Wirtschaft. Die meisten Familien haben zumindest ein Familienmitglied, das im Ausland tätig ist und so die Familien zu Hause unterstützt. Die Zahl der im Ausland Arbeitenden nimmt stetig zu. Die Probleme, die damit verbunden sind, leider auch.

Lesen Sie mehr dazu in der PDF-Datei hier.

 

 

Fischerprojekt

In Sri Lanka gehören die Fischer, deren Situation sich unter den Folgen des Tsunami im Jahre 2004 nochmals drastisch verschlechtert hat, zu der ärmsten Bevölkerungsschicht des Landes. Sie sind aufgrund niedriger Preise und der besonderen Strukturen im Fischereiwesen kaum in der Lage, Ersparnisse zu bilden. Profite werden von den als Mittelsmänner auftretenden Händlern abgeschöpft. Die CWM arbeitet daran, die Lebensumstände der von der Fischerei lebenden Bevölkerung in vielen Küstengebieten Sri Lankas nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören für die CWM unter anderem eine erhöhte Sparquote, ein verbesserter Bildungsstand sowie eine funktionierende Interessensvertretung.

In diesem Rahmen unterstützt und fördert die CWM die Bildung von Fischereigenossenschaften, in denen die Mitglieder stärker vom ökonomischen Wert ihrer Arbeit profitieren. Begleitend werden Bildungsmaßnahmen durchgeführt, welche die Kapazitäten der Gruppen als Interessensverbände stärken. Außerdem gibt die CWM eine eigene Zeitung, The Challenge, (die Herausforderung) heraus, die für Fischer wichtige Neuigkeiten verbreitet.

Die CWM arbeitet jedoch nicht nur mit Fischern, sondern auch mit ihren Familien und Gemeinden. So werden Workshops und Ausbildungsprogramme für Frauen angeboten und Führungskräfte ausgebildet. Darüber hinaus betreut die CWM Tsunamiopfer und organisiert zur Stärkung der Solidarität untereinander Treffen der Familien innerhalb des Dorfes. Es finden ebenso Aufklärungsseminare zu gesundheitlichen und ökologischen Fragen statt.

Im Rahmen der Partnerschaft mit dem KAB-Bezirksverband Hamm–Münster–Warendorf und der KAB im Dekanat Werne wird auch Hilfe beim Hausbau von verarmten Fischerfamilien geleistet. Da nach offiziellen Angaben 60 Prozent der Fischerfamilien keine Wohnung haben, versucht auch hier die CWM die Eigenanstrengungen der Fischer beim Wohnungsbau zu motivieren – mit finanzieller Unterstützung des Weltnotwerk und insbesondere mit Hilfe der CWM, durch vielfältige Aktionen und Aktivitäten.

Tsunami: Häuserbau in Kallady               

Bei der verheerenden Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 wurden große Teile der Ost- und Südküste sowie der Westküste in Sri Lanka zerstört, ganze Dörfer wurden in Trümmer gelegt und Zehntausende Menschen getötet.

Das kleine Dorf Kallady an der Ostküste Sri Lankas wurde von dem Tsunami vollständig zerstört. Dank der lebendigen Partnerschaft zwischen dem KAB-Bezirksverband Hamm-Münster-Warendorf, der KAB im Dekanat Werne und der Christian Workers' Movement (CWM) konnte hier eine schnelle Hilfe erfolgen. Schon bald nach der Katastrophe nahm man sich der CWM Mitglieder und weiterer Notleidenden an, die ihr Hab und Gut verloren haben.

Mit der Unterstützung der „Ruhr-Nachrichten“ und ihrer Leser, die bei der Tsunami-Katastrophe unsere Arbeit mit Engagement und mit Spenden gefördert haben, hat das Weltnotwerk 24 Häuser in Kallady bauen können. 23 Häuser sind für CWM Familien gebaut worden. Ein weiteres Haus hat die KAB für die Familie eines Mädchens, das von Vertretern der „Ruhr-Nachrichten“ zwischen Trümmern und Leichen gefunden worden war, errichtet.

Das Weltnotwerk sandte ferner zwei Senior-Experten, einen Ingenieur und einen Psychologen nach Kallady. Dank ihrer langjährigen Erfahrung im Beruf konnten beide Männer den Betroffenen vor Ort viel Hilfe leisten. Der pensionierte Ingenieur brachte seine Vorschläge und Ideen beim Bau der geplanten Häuser ein, um trotzt des großen Ausmaßes der Zerstörung des Tsunami den bestmöglichem Profit erzielen zu können.
Die nicht weniger wichtige soziale und psychologische Hilfe übernahm der pensionierte Psychologe. Zum Beispiel stand er der dabei zur Seite, sich in dieser sehr schwiriegen Situation zu organisieren und sich gegenseitig Hilfe zu leisten.

Damit in den neuen Häusern Leben Einzug hält muss auch das Umfeld stimmen. So legt das Weltnotwerk bei allen Projekten, die es weltweit zusammen mit seinen Partnern unterhält, großen Wert auf nachfolgende Begleitung des Partners. Daher soll ein Gemeinderaum gebaut werden in dem  Traumatherapien, Informatinsveranstaltungen über Alternativjobs (neben der Fischerei), Gespräche über Perspektiven nach dem Tsunami, usw. stattfinden sollen. Dafür ist der Dialog mit unseren Partnern, der CWM Sri Lanka, von wesentlicher Bedeutung.

Nicht allein das obern genannte Beispiel verdeutlicht die Bereitschaft der Bürger in Deutschland, sich für Betroffene in den zerstörten Gebieten Sri Lankas einzusetzen und so ihre Solidarität. Mit vielen weiteren Hilfs- und Wiederaufbauprojekten unterstützten sie der KAB-Bezirksverband Hamm-Münster-Warendorf, die KAB im Dekanat Werne sowie viele andere KAB-Verbände Deutschlands, die wiederum  den Betroffenen der Tsunamie-Katastrophe zur Hilfe kamen. Ebenso konnten durch den Solidaritätsfonds der Stadt Hamm fünf Häuser in der Stadt Payagala fertiggestellt werden.
 

Informationen zur Struktur der CWM Sri Lanka hier als PDF-Detei.

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