Das Weltnotwerk der KAB

Peru

Verbandsarbeit

Peru:

Aus Cusco/Peru: Für eine reflektierende, weltoffene Kirche

Freiburg, 18. April 2012, (om). KARINA THAIS BERNAL YÁBAR von der MTC (KAB) Cusco schreibt uns ihre Gedanken zur Karwoche 2012 am 10. 4. 2012. Sie plädiert für eine horizontal, auf die Bevölkerung ausgerichtete Kirche im Gegensatz zur vertikalen, römischen und caritativen Kirche.

Mehr dazu auf der Website des KAB Diözesanverbandes Freiburg.

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Fast 20 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen der KAB Peru, der MTC (Movimiento de trabajadores cristianos) und dem KAB Diözesanverband Freiburg (www.kab-freiburg.de/).

Gegenwärtig befindet sich die MTC in einer Phase vieler Veränderungen. So sagte der ehemalige MTC-Nationalpräsident Juan Churats: „Es fehlt an Pfarrern, es mangelt an jüngeren MTC-Mitgliedern und die schwierige Arbeitssituation vieler Peruaner wirkt sich auch auf unsere Arbeit aus“. Die  KAB in Deutschland kennt diese Probleme nur zu gut .

Die Arbeitslage in Peru ist sehr angespannt. Vor allem kleine und mittelständige Betriebe können nicht überleben. Somit plant die MTC gerade in der Arbeitswelt mehrere Aktionen und legt dabei ihren Schwerpunkt auf die Beschäftigten im informellen Sektor.

In weiteren Projekten befasst sich die MTC mit der Demokratie und dem Rechtsstaat. Dies löst vor allem bei den jüngeren Mitgliedern großes Interesse aus. Angeregt durch Workshops, Seminare und Treffen, kandidierten bereits viele MTC-Mitglieder bei den Stadt-, Regional- und Kommunalwahlen. Durch diese Erfolge konnte sich die MTC auf zwei weitere Bezirke ausweiten.

Mehr Erfolge gibt es aus der Universitätsstadt Cuzco zu melden, wo eine starke Jugendgruppe aus sehr aktiven Mitgliedern für die MTC begeistert wurde. Juan Churats äußerte sich hierzu wie folgt: „Diese Jugend ist unsere Hoffnung für die Erneuerung der MTC Peru.

JOC Peru: Hausmädchen-Projekt           

In der langen Tradition der Projektförderung in Peru unterstützt das Weltnotwerk e.V. die  Juventud Obrera Cristiana (JOC), die Christliche Arbeiterjugend Perus. Die JOC ist die Partnerorganisation der Christlichen Arbeiter Jugend (CAJ) der Diözese Freiburg.

In Zusammenarbeit mit der JOC fördert das Weltnotwerk ein Projekt, dessen Hauptziel es ist, einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Hausmädchen und Arbeiterinnen im informellen Sektor zu leisten. Die JOC möchte die Anerkennung ihrer Rechte sowie eine zunehmend gleichberechtigte Beteiligung an Politik und Gesellschaft erreichen.

Wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Projektes ist, dass junge Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten als Mensch und als Arbeiterin informiert sind. Vor allem aus diesem Grund hat die JOC eine Reihe von Seminaren und Workshops, wie beispielsweise Aufklärungsseminare über die Arbeits- und Menschenrechte der Frauen, Workshops in Handarbeit (z.B. Nähen und Stricken), Workshops in Marketing oder lokale Seminare zur Ausbildung als Führungskräfte und zur Steigerung des Selbstvertrauens, organisiert.

Neben der Begleitung der Frauen besteht ein zentraler Bestandteil der Arbeit der JOC in der Öffentlichkeitsarbeit, also in der Erstellung und Verbreitung von Informationenmaterialien wie Flyer und Broschüren, sowie der Vorbereitung und Durchführung von Kampagnen.

Einen großen Erfolg hat die JOC 2006 feiern können, als sie gemeinsam mit Vertreterinnen aus Bolivien, Ecuador und Chile ein internationales Hausmädchen-Netzwerk gebildet hat.

RED Peru: Solidarische Wirtschaft durch Korruptionsbekämpfung               

Das Weltnotwerk unterstützt in Peru das RED Peru, ein Netzwerk der solidarischen Wirtschaft.

Ein großes Problem in Peru ist die Korruption. So auch in der Stadtverwaltung von Callao, wo in den letzten 20 Jahren sehr viele Korruptionsfälle gemeldet wurden. Das solidarische Netzwerk RED Peru möchte die Bevölkerung ermutigen mehr Transparenz einzufordern. In Workshops und Veranstaltungen kämpft das Netzwerk für eine stärkere und aktive Überwachung der Produktions- und Wirtschaftsprojekte der lokalen Regierung durch die Zivilgesellschaft. Die Korruption soll vermindert und die Armut bekämpft werden, und zwar durch eine bessere Kontrolle der staatlichen Ausgaben.

Zur Erreichung der Projektziele hat RED Peru eine Website gegründet, auf welcher die Information über Haushalt, Programme und Pläne der Regierung von Callao vorzufinden sind. Es gibt auch eine Vereinbarung mit dem Ombudsmann, der Beschwerden und Anzeigen annimmt. Darüber hinaus findet eine Beratung bezüglich legaler Angelegenheiten statt, um die Anzeigen zu begleiten. Die in den Regionen und Bezirken aktiven Mitglieder werden in spezialisierten Seminaren und Workshops ausgebildet. Die Bevölkerung hat sich in Überwachungskomitees organisiert. Diese sind in verschiedene Bereiche aufgeteilt: Bildung, Gesundheit, Sicherheit, etc.

Spar- und Kreditgenossenschaften            

Das Weltnotwerk e.V. unterstützt das Projekt des Diözesanverbandes Freiburg und der Spar- und Kreditgenossenschaft Santa María del Camino in Peru.

Durch das Projekt wurde ein Ausbildungszentrum in Lima für die Bereiche Finanzen, Handel und Wirtschaft etabliert. Dort können junge Leute mit Schulabschluss, die über geringe finanzielle Mittel verfügen, eine Weiterbildung bekommen und somit ihr Einkommen und ihre Chance auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Ziel des Projektes ist es, junge Menschen auszubilden, die soziale Kompetenzen haben und auf dem Arbeitsmarkt für Führungspositionen infrage kommen.

In verschiedenen Kursen werden die Bereiche Buchführung, Einführungskurs für Kassierer, Verkaufstechniken und Kundenbetreuung erlernt. Weitere Ziele des Projektes sind es die komparativen Vorteile im akademischen Kontext zu erhöhen und Räume für Austausch sowie Zusammenarbeit zwischen internationalen Netzwerken zu schaffen.

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