Das Weltnotwerk der KAB

Nicaragua

Neues Leben für Nueva Vida

Nicaragua:

1998 machte der Hurrikan Mitch Tausende Nicaraguaner obdachlos. Als Folge entstand in der Nähe der Hauptstadt Managua die Siedlung Nueva Vida (Neues Leben), die den Menschen zwar wieder ein Dach über dem Kopf bot, jedoch keine Arbeits- und Ausbildungsplätze. Aus diesem Grund entschloss sich das Weltnotwerk e.V. in Zusammenarbeit mit MIOBRA (Katholische Initiative Miguel Obando Bravo), im Jahr 2003 mit dem Aufbau einer Schneiderei und Schreinerei zu beginnen und so Arbeits- und Ausbildungsplätze für Jugendliche zu schaffen. Zusätzlich können die Räume beider Werkstätten auch von den Bewohnern von Nueva Vida als Treffpunkt genutzt werden um Maßnahmen zur Entwicklung der Gemeinde zu beschließen.

Vorrangiges Ziel bei der Entscheidung für die Werkstätten war es, eine Zukunftsperspektive für die Jugendlichen der Siedlung zu schaffen, um zu vermeiden, dass sie in Kriminalität und Prostitution abgleiten. Durch die Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten haben sie bessere Ausgangspositionen für den Arbeitsmarkt und die Aussicht auf bessere Verdienstmöglichkeiten. Das Ausbildungszentrum wurde nach drei Jahren harter Arbeit fertig gestellt und am 10. Oktober 2006 eingeweiht.

Die Schneiderkurse haben im Mai 2007 angefangen und erweisen sich als sehr erfolgreich. Es finden täglich drei Kurse statt, mit jeweils 20 bis 22 Teilnehmerinnen. Die Frauen sind inzwischen in der Lage, Kleidungsstücke zu entwerfen und fertig zu schneidern. Eine Modeshow mit Schneiderarbeiten fand im Dezember 2007 statt. Im August letzten Jahres wurden die Maschinen für die Schreinerei gekauft. Mit den Kursen wurde im September begonnen. Auch in dieser Werkstatt finden drei Kurse statt mit jeweils 20 Teilnehmern, die sehr stark nachgefragt sind. Die ersten Schreinerarbeiten  werden bald präsentiert.

Die 800m² große Anlage ist inmitten eines Gartens gelegen, in dem Früchte und Gemüse für den eigenen Verzehr angebaut werden. Die eigentliche Werkstatt ist durch eine Wand in zwei 200m² große Räume aufgeteilt. So verfügt jede der beiden Werkstätten über einen abgetrennten Raum. Insgesamt werden jedes Halbjahr 110 Jugendliche ausgebildet. Die Kurse sind staatlich anerkannt und kommen dem Bedarf an Nachwuchs im Schreiner- und Schneiderhandwerk entgegen. Ein System zur Qualitätskontrolle, an dem sich Bewohner der Siedlung beteiligen, soll in Zukunft dafür sorgen, dass die Entwicklung des Projektes zeitnah begleitet wird und umgehend steuernde Maßnahmen, wie z.B. Investitionen, vorgenommen werden können.

Die ganze Gemeinde nimmt das Projekt begeistert auf, da sich sehr bald die erste Erfolge  abgezeichnet haben. So berichtet Héctor Cotte (einer der beiden Leiter des Projektes), dass die Jugendlichen, die beim Bau mitgearbeitet haben, so begeistert waren diese Chance zu erhalten, dass sie aufgehört haben Drogen zu nehmen, was natürlich auch die Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt war. Eine sinnvolle Beschäftigung zu haben, gibt den Jugendlichen den Lebensmut zurück.

2006 hat die KAB im Diözesanverband Essen die Partnerschaft mit MIOBRA übernommen. Seit dem ist der DV Essen sehr aktiv für das Projekt gewesen. Drei Vertreter des DV waren Ende Oktober 2006 in Nicaragua, um sich dort die Fortschritte des Projektes anzusehen. Eine zweite Reise fand im Oktober 2007 statt.

MTC in Nicaragua

Im Jahr 2006 durfte das Weltnotwerk e.V. die Christliche Arbeitnehmerbewegung Nicaraguas, Movimiento de trabajadores cristianos (MTC) kennenlernen. Die MTC ist eine vergleichsweise kleine Bewegung. Ihr Zentrum befindet sich in der Region Granada. Sie arbeitet seit vielen Jahren mit geringen Mitteln an der Lösung der Probleme im Leben der Arbeiter aber auch der gesamten Bevölkerung der Region. Die Probleme, mit der sich die MTC bereits auseinander gesetzt hat , reichen von Gewalt durch Trunkenheit, Abtreibung und Vergewaltigung von Jugendlichen, Arbeitslosigkeit bis hin zu Aufklärung in den Themen Gesundheit und Umwelt.

Das Weltnotwerk unterstützt die MTC finanziell bei der Durchführung der fünf jährlichen Bundestreffen. Bei diesen Treffen wird jeweils über konkrete Maßnahmen für Lösungen und über Ausbildungsseminare als vorbeugende Maßnahmen diskutiert. Andere Schwerpunkte dieser Sitzungen sind, Kontakte zu knüpfen sowie gegenseitiger Erfahrungsaustausch.

Darüber hinaus unterstützt das Weltnotwerk die Verbandsarbeit des MTC. Die Mitglieder des MTC wohnen weit verstreut in der Region Granada, die Straßen sind dort sehr schlecht. Um den Mitgliedern die Teilnahme an den sechs Regionaltreffen pro Jahr zu ermöglichen, wurden für einige Teilnehmer Fahrradersatzteile angeschafft.

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