Das Weltnotwerk der KAB

Madagaskar

IRAY AINA

Madagaskar:

Seit mehr als 15 Jahren pflegt die KAB Aachen eine Partnerschaft mit der IRAY AINA, der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung in Madagaskar (mtc-madagaskar.de). In dem zweitgrößten Inselstaat der Welt leben über 17,5 Millionen Menschen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag ihren Lebensunterhalt bestreiten. Gerade für Bauern, Arbeiter und Frauen ist es oft schwierig, ihre Familien zu ernähren oder das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen.

Im Stadtteil Itaosy der madagassischen Hauptstadt Antananarivo ist die IRAY AINA dank engagierter Frauen besonders erfolgreich. Mit Hilfe von IRAY AINA schließen sich die Einwohner zu kleinen Manufakturen zusammen, um eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen. Hier werden Fischernetze hergestellt, Obst eingekocht, Messer produziert und Schweine gezüchtet. Die Bewegung hat mittlerweile begonnen, diese Produkte über eigene Strukturen der IRAY AINA zu vertreiben. Diese Maßnahmen werden flankiert vom Aufbau eines Systems von Mikrokrediten.

Ein weiteres Problem in Madagaskar ist die hohe Verschuldung. Aus Verzweiflung haben ein Großteil der Landbevölkerung und Angestellte Gelder zu Wucherzinsen (von bis zu 300 % p.a.) geliehen. Um diese Familien aus der Verschuldung zu befreien, bildet die IRAY AINA z.B. in der Küstenregion um Vohemar mit den Einwohnern bäuerliche Gemeinschaften. Hier wird gemeinsam Reis, Nelken oder Vanille angebaut und verkauft. Oft ist dies das einzige Einkommen für die Familien. Anteile der Ernte werden in sogenannten Reisbanken eingelagert, um sich preiswertes Saatgut zu sichern oder Vorräte für die eigene Versorgung aufzubauen. Mit dem Geld aus den Verkäufen können die Kredite zurückbezahlt werden.

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Gebt Ihr Ihnen zu essen (Mt 14,16)
AK-Madagaskar gestaltete die diesjährige Rott-Wallfahrt
Bewegende Beiträge von Iray Aina (KAB-Madagaskar) zur Rott-Wallfahrt


7. Oktober 2014. Gebt Ihr Ihnen zu essen! So hieß das der Quirinus-Oktav entlehnte Motto der diesjährigen Rott-Wallfahrt: eine Aufforderung Jesu, die der wunderbaren Brotvermehrung entnommen ist.  Der AK-Madagaskar der KAB der Diözese Aachen hat sich dieses Thema zu eigen gemacht und anhand der Situation der Menschen in Madagaskar aufgearbeitet.

Bewegend aus Sicht der Teilnehmer war zudem, dass Iray Aina, so der Name unseres Partners in Madagaskar, zu allen Stationen des Friedensganges eigene Beiträge geschrieben hat. Und nicht nur das - zur gleichen Zeit, ja fast zur gleichen Stunde, so Iray Aina, hat die Bewegung im Land den Faden aufgenommen und mit ihren Mitgliedern das Gebet gesucht.

In seiner Predigt zum Abschlussgottesdienst dieser Wallfahrt erläuterte Diözesanpräses Ralf Linnartz die wunderbare  Brotvermehrung als ein Gleichnis über das Reich Gottes.  Er machte Mut, so wie es die Jünger auch getan haben, in den Gruppen bei uns in der KAB und in Madagaskar an diesem Reich Gottes zu arbeiten.

Dieses "Arbeiten am Reich Gottes" beschrieb der AK-Madagaskar in der dritten Station des Friedensganges:

"Gehen wir - KAB und Iray Aina - die Schritte 'Sehen' und 'Urteilen' gemeinsam, so bedeutet der Schritt 'Handeln', das jeder der Partner eigenen Aufgaben und Pflichten hat. Im Hintergrund wissen wir uns einig, dass alle Menschen aller Völker ein Recht auf ein würdevolles Leben haben und wir wissen uns einig, dass alles Wirtschaften dem Gemeinwohl zu dienen hat. Und wir wissen uns einig, dass das heutige Wirtschaften im Kern von der tiefen Sünde der Gier bestimmt ist. Darauf aufbauend versuchen wir, die Iray Aina und wir in der KAB, entsprechende Schritte in Richtung unserer gemeinsamen Vision zu gehen. "

Die diesjährige Rott-Wallfahrt hat allen beteiligten Mut gemacht, diese Wege zu gehen!

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Würdige und nachhaltige Arbeit schaffen
Bericht vom Projekt Mikro-Kredite der KAB in Madagaskar
Unsere Hilfe bewirkt Neues

Ausstellung selbst hergestellter FruchtkonservenAachen, 28. März 2012 (gul). Im Rahmen eines ausführlichen Berichtes der IRAY AINA Madagaskar, Partner der KAB der Diözese Aachen, und gefördert vom Weltnotwerk der KAB-Bund e.V., informierten uns unsere FreundInnen aus Madagaskar über ein neues Projekt.

Mittels der Hilfe von Mikro-Krediten haben erste Gruppen damit begonnen, Zuckerrohr anzupflanzen. Hintergrund ist der Fakt, dass Holzkohle im Land für die Menschen unbezahlbar geworden ist - bleibt also die Alternative, aus dem gewonnenen Zucker Alkohol zu gewinnen und diesen als Brennstoff zu nutzen.

IRAY AINA erwähnt ausdrücklich in ihrem Bericht, dass sie dies als einen großen Beitrag verstehen, den fast komplett gerodeten oder abgebrannten Naturwald nachhaltig zu schonen, statt ihn als Holzkohle zu verbrennen.

Und IRAY AINA schafft - genossenschaftlich organisiert - neue Arbeitsplätze: bei der Anpflanzung des Zuckerrohres, der Gewinnung von Zucker, seiner Umwandlung in flüssige Form und beim Transport zur Destillation bzw. Alkoholgewinnung.

Mikro-Kredite finden zudem bei einem zweiten Aspekt Anwendung:  der Herstellung kleiner für Alkohol geeigneter Brennöfen!

Neben den Mikro-Krediten, die dieses Beispiel erst möglich machten, wird auch deutlich, wie wichtig die Förderung der IRAY AINA durch das Weltnotwerk ist, haben die von uns geförderten Freigestellten doch durch ihre Bildungs- und Ausbildungsarbeit erst die Grundlage für ein solches neues und wahrlich innovatives Projekt geschaffen.

Nachhaltig leben und arbeiten: ein Anspruch der KAB, der in Madagaskar Realität geworden ist und uns Mut machen sollte, auch hier bei uns in ähnlicher Manier aktiv zu werden, um unsere Schöpfung zu bewahren. 

 

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