Das Weltnotwerk der KAB

Kenia

Zusammenarbeit mit der CWM Kenya

Kenia: (ks)

KAB Delegation erlebte hautnah das Leid intern Vertriebener in Kenia

Köln, 5. Mai 2012, (ks). In Europa waren es einige kurze Meldungen, die vor 5 Jahren kurz für Aufregung sorgten, in Kenia gibt es Betroffene, die heute noch unter den Folgen von damals leiden. Doch zuvor ein Blick zurück.

Bei der Präsidentenwahl im Dezember 2007 lieferten sich der Amtsinhaber Mwai Kibaki und der Herausforderer Raila Odinga ein Kopf an Kopf-Rennen. Nach höchst zweifelhaften Auszählungen wurde Kibaki offiziell zum Sieger erklärt. Daraufhin kam es zu Unruhen und gewalttätigen Auseinandersetzungen, die sich immer mehr auf die beteiligten Ethnien Kenias ausbreiteten. Hierbei wurden Hunderttausende von Menschen aus ihren Gegenden vertrieben, da sie dem falschen Stamm – und somit dem Lager des jeweils anderen Kandidaten – angehörten.

Der aktuelle Präsident Kenias verspricht derzeit, dass er nicht wieder kandidieren werde. Dies nährt die Hoffnung, dass die Präsidentschaftswahlen friedlicher als vor 5 Jahren verlaufen könnten.

Fünf Jahre danach besuchte nun eine Delegation der KAB Eichstätt, zusammen mit Vertretern der CWM Kenya ein Lager für IDP (Internally Displaced Person), also intern Vertriebene westlich der Stadt Eldoret. Dort leben in einem Feld, etwa so groß wie ein Fußballplatz seit 5 Jahren ca. 1200 Menschen, also etwa 240 Familien in Zelten.
„Anfangs wurde noch regelmäßig ein Wagen mit Wasser vorbei geschickt. Doch seit dem die Flüchtlinge, das Wasser nicht mehr zahlen können, kommt auch der Wagen nicht mehr“ erzählt uns ein Vater, der mit seinen 4 Kindern und seiner Frau ein Zelt bewohnt. Es gibt weder Geld, Essen noch frisches Wasser. Viele versuchen als Tagelöhner irgendwie Geld für die Familie zu erwirtschaften, denn sie haben kein Land um etwas anzubauen.

Wir erfahren, dass weder die Regierung noch die Kirchen ihnen helfen. Dabei haben sie überhaupt nichts verbrochen.

Bilder vom Besuch:
01 Rundgang im Lager
02 Dolmetscher Dominik Holl beim Rundgang
03 Peter Kungu von der CWM im Gespräch mit den Leuten im Lager
04 Ein Zuhaus für 4 Personen
05 beim Abschied

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Die CWM (Christian Workers Movement) Kenia arbeitet seit März 2010 mit dem KAB Diözesanverband Eichstätt zusammen. Sie wurde ca. 1980 gegründet und hat derzeit ca. 2300 Mitglieder, die sich in ca. 40 Gruppen in acht Diözesen treffen

Das Hauptanliegen der CWM Kenia ist die Mobilisierung ihrer Mitglieder um nachhaltige, ökonomische Aktivitäten und sozialen Aktivitäten durchzuführen. Beispiele dieser oft landwirtschaftlichen Projekte sind: Gartenbau, Landwirtschaft, Schweine- und Ziegenhaltung, Bienen- und Geflügelzucht, Ziegelei, Fischzucht, Baumschulen und Baumpflanzungen. Mit Hilfe der Erlöse aus diesen Aktivitäten können soziale und nachhaltige Projekte wie Hilfsprojekte für Alte, Waise und weniger Privilegierte sowie die Pflege von HIV/Aids-Opfer, der Bau von Bildungseinrichtungen und Kirchen oder der Schutz zur Erhaltung der Umwelt finanziert werden.

Die CWM ermöglicht es Arbeitnehmern, sich als gesellschaftliche Gruppe zu organisieren und als christlicher Verband in die Öffentlichkeit zu treten.

Die KAB Eichstätt unterstützt die Arbeit der CWM durch Solidaritäts- und Spendenaktionen. Neben der Förderung der allgemeinen Organisationsstrukturen werden speziell zwei Projekte zur Versorgungsverbesserung unterstützt. In Nthara soll eine Ziegel-Herstellungsmaschine und in Giatuu die Aufbaubemühungen einer Ziegenaufzucht gefördert werden.

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