Das Weltnotwerk der KAB

Honduras

Zukunftschancen durch Kreditprojekte

Honduras:

Mit großem Erfolg unterstützt der Landesverband der KAB Oldenburg, in Zusammenarbeit mit Caritas, seit Jahren, Frauen aus den Vororten von Tegucigalpa, Honduras.

Die Zahl der arbeitslosen und armen Frauen in Honduras ist erschreckend groß. Viele von ihnen können nicht einmal lesen und schreiben. Ein Großteil dieser Frauen wird von ihren Männer verlassen, wenn diese ihre Arbeit verlieren und deshalb nicht mehr in der Lage sind ihre Familien zu ernähren. Um ihr Überleben und das ihrer Kinder zu sichern, brauchen diese Frauen ein Einkommen. Da die Chancen auf einen Arbeitsplatz ohne Ausbildung sehr gering sind, ist Eigeninitiative gefragt. So entwerfen die Honduranerinnen Konzepte, wie sie sich selbst durch handwerkliche Tätigkeiten, z.B. als Metzgerinnen, Bäckerinnen, Näherinnen, Kosmetikerinnen, etc. weiterentwickeln und somit finanziell besser stellen konnten. Dazu benötigen sie ein kleines Startguthaben, um etwa eine Metzgerei zu pachten oder eine Nähmaschine zu kaufen, das sie mit Hilfe eines Kredites aufbringen. Diese Kredite werden nur vergeben, wenn das Kreditinstitut sicher ist, das Geld auch zurück zu bekommen.

Der Prozess bis zur Selbstständigkeit ist folgender: Die Frauen können sich mit ihrer Geschäftsidee bei der Caritas bewerben. Daraufhin prüft die Caritas diese Idee auf ihre Marktchancen, wählt Personen mit geeigneten Geschäftsideen aus, schult sie unternehmerisches sowie buchhalterisches Grundwissen und berät und begleitet sie bis hin zur beruflichen Unabhängigkeit.

Bereits seit 2003 fanden rund 120 Frauen sowie einige Männer den Weg in die Selbstständigkeit und können nun, nachdem sie den Kredit zurückbezahlt haben, eigenständig ihren Lebensunterhalt verdienen. Aufgrund dieser guten Erfahrung bewirkte der Landesverband der KAB Oldenburg eine deutliche Ausweitung des Projektes. So werden in Zusammenarbeit mit dem Weltnotwerk e.V. seit Mitte 2006 nahezu doppelt so viele Frauen finanziell gefördert wie zuvor. Die TeilnehmerInnen sind zwischen 17 und 78 Jahren alt.

„Von uns bekommen die Frauen ein Startguthaben“, erklären Mitglieder des Landesverbandes der KAB Oldenburg. „Wir fordern keine finanziellen Sicherheiten und bieten den Frauen einen nachhaltigen Weg aus der Armut.“ Sie fordern vielmehr die Bereitschaft der Frauen sich weiterzubilden, um ihr Geschäft erfolgreich führen zu können. Aber das Wichtigste, das die Teilnehmerinnen in diesem Kurs lernen, ist die Einsicht der Notwendigkeit einer solidarischen Grundhaltung untereinander. Diese Einsicht zu vermitteln ist das Hauptziel des Projekts. Die Gruppenmitglieder verpflichten sich, sich einmal wöchentlich zu treffen. In der Gruppe berichten sie über ihre Fortschritte und Rückschläge. In Krankheit und in Notfällen müssen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig solidarisch unterstützen und gemeinschaftlich für die anfallenden Kosten aufkommen, denn nur die wenigsten Menschen sind krankenversichert oder haben Ersparnisse, um Ausfallzeiten überbrücken zu können. Eine starke soziale Gemeinschaft ist deshalb für alle von enormer Bedeutung.

Die Ausbildung der TeilnehmerInnen dauert vier Monate und umfasst sowohl die Entwicklung und Herausarbeitung von Führungsqualitäten von Frauen, Schulungen im Bankenwesen und Buchhaltung, im Marketing, in der strategischen Planung sowie in den Grundzügen des politischen Systems.

Die erste Phase des Projekts ist bereits sehr erfolgreich verlaufen. Die Frauen und einige Männer sind jetzt in ihren neuen handwerklichen Berufen tätig. Ein weiterer positiver Effekt des Projekts ist, dass die unterstützten Personen nun mit ihrer größeren Kaufkraft dafür sorgen, dass der ganze Vorort einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt.

Etwa 800 Kinder profitieren direkt oder indirekt von dem Projekt . Wenn die Eltern genug verdienen, dürfen sie zur Schule gehen. Auch dies wird die positive Entwicklung in den Vororten vorantreiben und spricht für die Nachhaltigkeit des Projektes.

 

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