Das Weltnotwerk der KAB

Int. Fachtagung 2009

Internationale Fachtagung 2009

Frankfurt am Main (fp)

Nach der Fachtagung im vergangenem Jahr, erreichte das Weltnotwerk eine freudige Botschaft. Die „Aktion Mensch“ und „Gesellschafter.de“ haben in ihrer Kuratoriumsversammlung einen Zuschuss von 4000 Euro zur der vergangenen Fachtagung gewährt.

Vom 22 bis 24. Oktober 2009 trafen sich über 60 Teilnehmer aus der ganzen Welt zur 4. Fachtagung des Weltnotwerk in den Hoffmanns Höfen in Frankfurt am Main.

Unter dem Thema „Weltweit lebendige Partnerschaft – Erfahrungen, Erwartungen, Hoffnungen und Ansprüche an die internationale Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGO)“ wurde drei Tage lang die unterschiedlichsten Aspekte einer Partnerschaftsarbeit zwischen NGO´s des Südens und des Nordens thematisiert.

Die Teilnehmer aus Deutschland trafen während der Fachtagung auf die Teilnehmer aus den „Entwicklungsländern“. Die 20 Vertreter von Süd-NGO’s kamen aus zehn verschiedenen Ländern, die sich strukturell stark voneinander unterscheiden in Kultur, Wirtschaftsleistung und Klima (z.B. Brasilien - Bolivien - Sri Lanka - Uganda). Die Teilnahme der Vertreter von NGO´s aus dem Süden war möglich, weil sie in der Woche vor der Tagung an einer Konferenz der „Weltbewegung Christlicher Arbeiter“ im französischen Nantes teilgenommen hatten. Somit entstanden Reisekosten in einem vertretbaren Umfang durch einen Bustransfer von Nantes nach Frankfurt.

Der überwiegende Teil der Teilnehmer waren Personen, die sich seit Jahren ehrenamtlich aktiv in einer Partnerschaft ihrer NGO aus Deutschland mit einer NGO aus einem „Entwicklungsland“ engagieren. Weiterhin waren Teilnehmer gekommen, die am Beginn einer solchen Partnerschaftsarbeit stehen. Darüber hinaus konnten auch Menschen zur Teilnahme motiviert werden, die entweder eine solche Partnerschaft mit ihren NGO’s anstreben oder die diese Art der internationalen Zusammenarbeit jenseits einer reinen Projektförderung für die „3. Welt“ kennen lernen wollten.

So wurde besprochen, wie sich die NGO´s in sozialen und politischen Prozessen ihres Landes engagieren. Dabei wurde die Bedeutung von NGO´s als wichtige Teile der Zivilgesellschaft herausgearbeitet. NGO´s, die international zusammenarbeiten haben eine wichtige Bedeutung für die Gestaltung von Globalisierungsprozessen „von unten“ und zur Stärkung von Demokratien. Diese Sichtweise konnte deutlich herausgearbeitet werden. Weiterhin wurde die Partnerschaftsarbeit zwischen den Organisationen des Südens und des Nordens exemplarisch in ihren historischen Aufbauprozessen dargestellt und die besonderen Herausforderungen in den Partnerschaftsbeziehungen thematisiert. Darüber hinaus wurden zukünftige Ziele und Inhalte  für die Weiterführung von Partnerschaften entwickelt.

Trotz der Unterschiedlichkeit der Erfahrungen wurde ein relativ einheitliches Muster der Erfordernisse für eine gelingende Partnerschaftsarbeit und Zusammenarbeit herausgearbeitet.

Wichtige Basis für die Zusammenarbeit ist die Kommunikation. Sprachliche Probleme sind zwar allgegenwärtig, wesentlicher ist aber ein kontinuierlicher Austausch, der von beiden Seiten ausgeht. Dabei war es den Teilnehmer besonders wichtig, auf einen ebenbürtigen Umgang miteinander hinzuweisen. Das Muster heißt „Partnerschaft auf Augenhöhe“.

Neben den vielfältigen Möglichkeiten der Kommunikation über das Internet bleibt es von großer Bedeutung, sich auch persönlich von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Partnerschaften leben von einer lebendigen erfahrbaren Begegnung. Dieser Aspekt konnte vor allem durch den intensiven Austausch in unterschiedlicher Gruppenzusammensetzung herausgearbeitet werden. Gerade die Vielfalt der Zusammensetzung der Teilnehmer/innen war hier hilfreich und gab allen, die nur selten in direktem Kontakt miteinander ihre Partnerschaften umsetzten neue Motivation und Mut dies in Zukunft regelmäßiger anzugehen.

Finanzielle Transfers aus Deutschland zu den Partnern im Süden wurden überwiegend als unterstützendes Mittel betrachtet. Dennoch wurden kritische Argumente zur Rolle des Geldes in solchen Partnerschaft intensiv diskutiert. Nicht der Geldtransfer, der sich meistens aus Spenden speist, ist das Wichtigste einer Partnerschaft, sondern das Voneinander Lernen.

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Bildergalerie: Fachtagung2009